Solidaritätserklärung mit den Geflüchteten an der Gedächtniskirche

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Hier findet sich die Solidaritätserklärung auf deutsch und französisch als PDF

Wir, der Fachschaftsrat der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, erklären uns solidarisch mit den Geflüchteten an der Gedächtniskirche. Wir laden dazu ein, sie zu unterstützen.

Wir fühlen uns als Teil von christlicher Kirche geehrt über das Vertrauen, dass die Geflüchteten der Kirche gegenüber zeigen, indem sie bei ihr Schutz suchen. Wir sind beeindruckt von dem Einsatz der Geflüchteten und wir respektieren ihren Kampf um ein gutes Leben.

Wir sind als deutsche Staatsbürger*innen beschämt über den Umgang mit Geflüchteten in diesem Land. Wir sehen uns als Menschen, die von staatsbürgerlichen Privilegien profitieren, in der Verantwortung gegen unsere menschenverachtende Asylgesetzgebung anzukämpfen.

Wir sind von dem Verhalten der Verantwortlichen der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gegenüber den Geflüchteten am vergangenen Sonntag, den 11.5., enttäuscht. Die Gruppe hat sich extrem geschwächt nach acht Tagen Hungerstreik, fünf Tagen Durststreik und vielfachen Krankenhausaufenthalten in die Gedächtniskirche begeben. Statt sie aufzunehmen und ihnen zur Seite zu stehen, mussten die Geflüchteten die Kirche verlassen. Die Verantwortlichen der Gemeinde verschlossen sich hinter ihren Kirchentüren.

Wir wünschen uns eine Kirche, in der Menschen in Notsituationen auch bei spontanen Anfragen Solidarität und Barmherzigkeit erfahren.

Die Geflüchteten fordern Asyl nach §23 des Aufenthaltsgesetzes.

Diese Forderung wird sowohl von staatlicher Seite, als auch von den Vertreter*innen der Gedächtniskirche als illusorisch bezeichnet. Wenn sich die Kirchen und andere gesellschaftliche Kräfte an die Seite der Geflüchteten stellen und für ihre Forderungen einstehen, dann kann jetzt illusorisch Scheinendes Realität werden.

Wir kennen viele Menschen und Gruppen in den Kirchen, die die Forderungen der Geflüchteten unterstützen. Wir wünschen uns, dass wir gemeinsam die Geflüchteten aktiv und öffentlich in ihrem Kampf gegen die aktuelle Asylgesetzgebung und für ein Leben in Würde unterstützen.

 

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