Vortrag „Religiöse Gewalt im spätantiken Ägypten“ am 2. Juli um 18 Uhr

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Vergleichbar mit der heutigen Welt so wird auch die Epoche der Spätantike (4.-7. Jahrhundert) oftmals als eine Zeit wahrgenommen, in der religiöse Gewalt weit verbreitet war, nicht zuletzt, weil die (christliche) Literatur der Spätantike voller Anspielungen auf Bücherverbrennungen, Zerstörungen von Tempeln und Statuen, sowie inter- und intrareligiöser Gewalt ist. Ägypten, wo solche Geschichten im Überfluss vorhanden sind, wurde oft als ein besonders anschauliches Beispiel für allgegenwärtige religiöse Gewalt in der antiken Welt angesehen.

Der Vortrag soll einen anderen Blickwinkel vermitteln. Unter Anwendung eines theoretischen Rahmenwerks von religiöser Gewalt anhand von religionsgeschichtlichen Studien und unter Einbeziehung aller anderen in Ägypten zur Verfügung stehenden Quellen – Papyri, Inschriften und archäologischer Reste – wird dargelegt, dass Ereignisse oft aus ideologischen Gründen dramatisiert wurden und dass, betrachtet vor dem Hintergrund eines religiösen Wandels, Gewalt nur zeitweise ausgeübt wurde, und zwar unter bestimmten lokalen oder regionalen Umständen. Diese Tatsache wird anhand von drei bildhaften Ereignissen untermauert, die oft als symptomatisch für das weite Ausmaß religiöser Gewalt im spätantiken Ägypten, und darüber hinaus in der gesamten antiken Welt angeführt werden: die Zerstörung des Serapeums in Alexandria 391/392, der anti-„heidnische“ Kreuzzug des Abtes Schenute in der Umgebung von Panopolis (Achmim) um 400 und die Schließung des Isis-Tempels auf Philae bei Assuan in den Jahren 535–537.

Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.

Referent: Jitse H.F. Dijkstra (University of Ottawa)

Termin: Do 02.07.2015 18:00 Uhr – 20:00 Uhr
Ort: Bode-Museum
Kosten: Der Besuch des Vortrags ist kostenfrei. / The visit of the lecture is free of charge.
Anmeldung: nicht erforderlich

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